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BANDINFO

Raus aus Salzhausen, rein in die Welt – und wenn man schon mal unterwegs ist, kann man auch einfach weitermachen. Dort, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen und dann anschließend gemeinsam über die letzte Busverbindung beschweren, spielen Drei Meter Feldweg seit 2011 irgendwas zwischen Punkrock, Ska-Punk, Punkpop und Poprock. Aus der gemütlichen Langeweile der Lüneburger Heide wurden fünf Studioalben, Chartplatzierungen, ausverkaufte Konzerte und Shows auf einigen der größten Festivalbühnen des Landes. Man hätte sich danach zurücklehnen können. Aber dafür bräuchte man erst einmal bequeme Stühle.

Stattdessen beginnt das nächste Kapitel mit einer bahnbrechenden Neuerung: Aus fünf Bandmitgliedern werden sechs. Auf der Bühne stehen weiterhin fünf. Klingt mathematisch fragwürdig, ist aber organisatorisch höchst fortschrittlich: Bass und Schlagzeug werden künftig von drei Menschen im Wechsel bedient. Einer hat also frei, während die anderen spielen, und darf aus sicherer Entfernung behaupten, er hätte es besser gemacht. Ein revolutionäres Modell zwischen Punkrock, Schichtplan und betreutem Ausschlafen. Andere Bands suchen Ersatzmusiker. Drei Meter Feldweg haben vorsorglich einen ganzen Vollzeitausfall eingeplant.

Mal fliegen einem die Gitarren um die Ohren, mal werden Melodien plötzlich größer als die Bühne, dann stolpert ein Offbeat durchs Bild oder die Band unternimmt einen elektronischen Ausflug dorthin, wo Gitarrengruppen angeblich nichts verloren haben.

Dazu Texte über politische Abgründe, Fremdenhass, Liebe, Verlust, Freundschaft, Weltuntergang und andere Dinge, die bei einem kalten Getränk kurzzeitig weniger schlimm wirken. Drei Meter Feldweg machen sich laut gegen rechts, werden leise, wenn es persönlich wird, und feiern danach das Leben. Nicht weil alles gut ist, sondern weil Aufgeben noch schlechter klingt.

Denn dort fühlen sich Drei Meter Feldweg weiterhin am wohlsten:

Zwischen Moshpit und Handylichtermeer, Sonnenuntergang und Unwetterwarnung, Euphorie und dem Menschen, der morgens um halb neun auf dem Campingplatz „Sommer, Sonne, Bier“ aus einer viel zu großen Bluetooth-Box abspielt. Drei Meter Feldweg stehen niemals still. Sie stehen nur ab jetzt in wechselnder Besetzung zu fünft auf der Bühne. Das ist ein Unterschied. Vor allem für denjenigen, der frei hat.

Bevor der nächste Festivalsommer beginnt, veröffentlicht die Band noch zwei neue Songs und verbringt drei nasse Novemberabende freiwillig außerhalb der eigenen Wohnung. Gemeinsam mit 100 Kilo Herz steigt der „Double Birthday Bash“: am 19. November in der Essigfabrik Köln, am 20. November im Backstage München und am 21. November in Huxleys Neue Welt in Berlin. Passend dazu erscheint eine gemeinsame Split-EP auf Vinyl mit jeweils zwei Songs beider Bands.

Die Platte ist streng limitiert und ausschließlich bei diesen drei Konzerten erhältlich. Nicht digital. Nicht im normalen Handel. Nicht später doch noch irgendwo, weil jemand beim Aufräumen einen Karton gefunden hat. Wer eine will, muss kommen – und erhält neben vier Songs vermutlich Schweiß, Pogo und eine sehr nachvollziehbare Ausrede dafür, im November durch halb Deutschland zu fahren.

Fotos

Credit 

Foto 1, 2, 5: Drei Meter Feldweg

Foto 3 und 4: Ania Sudbin